Zur Einordnung der Person

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Erkenntnis / Fundstück

Markus Wasmeier Münchner Wochenanzeiger
Die Kolumne von Markus Wasmeier aus dem Münchner Wochenanzeiger

Skiheld und Sympathieträger – wenn man zur Einordnung seiner Person einen solchen Ehrentitel ganz nonchalant unter sein Konterfei schreiben darf, dann hat man die Herzen der Menschen wirklich erreicht.

Unter uns, seitdem ich das entdeckt habe, träume ich insgeheim auch davon, das in nicht ganz so ferner Zukunft auch einmal als Unterzeile unter meinen Blogtitel schreiben zu dürfen. Oder zumindest auf eine Visitenkarte.

„Und was machen Sie so?“
„Ich?“
„Ja, Sie.“
„Na, ich bin Sympathieträger. Hier meine Karte.“

Als unbekümmerter Student hatte ich dereinst ein „Popstar“ als Funktion auf meiner Visitenkarte stehen. Aber „Sympathieträger“, damit wäre man wirklich ganz oben angekommen. Der Welt mit einem einzigen Wort erklärt, dass man die uneingeschränkte Zuneigung der Gesellschaft genießt. Darauf muss man erst einmal kommen.
Vielleicht sollte ich die Kombination „Sympathieträger und Popstar“ anstreben. Ein gewiss sehr ambitionierter Plan. Aber man soll sich ja hohe Ziele stecken. Auch wenn ich Volksheld „Wasi“ natürlich niemals das Wasser reichen werde. Dazu fahre ich einfach zu schlecht Ski.

Ein neues Reiseziel: Das Markus Wasmeier Freilicht Museum in Schliersee

Wofram “Wutti” Wuttke

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Fußball

Wofram Wuttke (1961 – 2015)
Aus unserer Autogrammkiste: Wofram Wuttke (1961–2015) zu Beginn seiner Karriere im Trikot von Borussia Mönchengladbach

Damals auf unserem Bolzplatz wurde ein gelungener Pass mit dem Außenrist gerne mit einem anerkennenden „ey Wuttke“, einer spontanen Hommage an Wolfram Wuttke, gewürdigt.

Wolfram Wuttke, einer der Fußballhelden meiner Jugend, spielte in seiner Zeit beim FCK ungefähr gefühlte 60 Prozent seiner Pässe mit dem Außenrist. Sogar seine Flanken schlug er ab und an präzise mit dem Außenspann. Keine Ahnung, wie er das immer hinbekommen hat.

Wenn ich heute einem Kind erklären müsste, was der Fußball-Reporter damit meint, wenn er mal wieder darüber klagt, dass es heute keine „echten Typen“ mehr in der Bundesliga gibt, dann würde ich ihm empfehlen, doch einfach mal „Wuttke“ und „Osram“ zu googeln.

Danke für die vielen guten Momente in meinem Fußballfan-Leben.
RIP Wolfram Wuttke

kicker Spieler-Info Wolfram Wuttke

Im Lichtspielhaus – Selma

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Kino

David Oyelowo Filmplakat Selma Ausschnitt

„Selma“ von Ava DuVernay.

Geschichtskino. Immer ein bisschen schwierig zu bewerten, da das historische Ereignis und damit auch die Handlung an sich eigentlich außerhalb der Kritik stehen. Vor allem, wenn die behandelten Themen Rassismus und die Unterdrückung von Menschenrechten sind. Dennoch, der Film war nicht gerade atemberaubend. Etwas heruntergezogen hat den Film auch die deutsche Synchronisation, die irgendwie uninspiriert wirkte.

Filmszenen Selma Trailer

So dann. Barbara bewertet mit 7/10, Kristian schließt sich dem Urteil seiner Ehefrau an, zieht aber reflexartig mindestens zwei Punkte ab für den schauderhaften Titelsong “Glory”, der tatsächlich den Oscar für den besten Song gewonnen hat. Allerdings fiel uns zum Abspann des Films urplötzlich auf, dass wir den Hauptdarsteller des Films, David Oyelowo vergangenes Jahr bei den Filmfestspielen in Cartagena, Kolumbien direkt beim lockern Plausch mit dem Publikum auf der Filmbühne vor uns stehen hatten. Für diese Überraschung gibt es die zwei Punkte Abzug als emotionalen Bonus wieder oben drauf. Nach punktueller Berg- und Talfahrt also 7/10.

Unsere Kino-Kumpanen kommen zu einem vergleichbaren Urteil. Freundin R. gibt 6,5/10, Freund S. 6/10 und analysiert treffend: „das spannende historische Thema hat großes Kino-Potential, wurde aber nicht genutzt und letztendlich enttäuschend umgesetzt.”

Hier die ausführliche Filmkritik von epd Film.

Petabyte, Exabyte, Zettabyte, Yottabyte!

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Digitales Arbeiten / Erkenntnis

Was kommt eigentlich nach Terabyte?

Offen gesagt, ich hatte nicht den leisesten Dunst. Nach ein paar Klicks bin ich nun schlauer und teile gerne mein neu gewonnenes Wissen über Speicherkapazitäten.

  • 1024 Byte = 1 Kilobyte
  • 1024 Kilobyte = 1 Megabyte
  • 1024 Megabyte = 1 Gigabyte
  • 1024 Gigabyte = 1 Terabyte
  • 1024 Terabyte = 1 Petabyte
  • 1024 Petabyte = 1 Exabyte
  • 1024 Exabyte = 1 Zettabyte
  • 1024 Zettabyte = 1 Yottabyte
  • 1 Yottabyte = 1000000000000000000000000 Bytes

Das aktuelle Datenvolumen des Internets (nicht wirklich seriös zu recherchieren) liegt wohl gerade mal im Exabyte-Bereich. Es ist somit was die Begrifflichkeiten angeht zum Glück noch ausreichend Luft nach oben.

Ein ehemaliger Kollege gab gerne die Geschichte zum Besten, dass der Verkäufer seines ersten Computers ihn damals mit dem Argument köderte, dieser Computer habe 1 Megabyte Speicherplatz. Da brauche man die nächsten zehn Jahre keinen neuen Computer mehr. Wenn man sich obige Tabelle anschaut, dann werden wohl noch viele zukünftige Generationen mit einer ähnlich lustigen Geschichte am Kantinentisch aufwarten können, bis wir die Zettabytes für den Hausgebrauch erreichen werden.

Ein Zahl mit 24 Nullen
Das Yottabyte

Eines der mächtigsten Rechenzentren der Welt, das „Intelligence Community Comprehensive National Cybersecurity Initiative Data Center“, steht übrigens im US-Staat Utah. Betrieben wird es, wenig überraschend, von der NSA. Man munkelt, die können sogar 1 Yottabyte. Aber natürlich weiß das niemand so genau. Da ich oben in diesem Absatz auf das Data Center verlinke, hoffe ich, dass ich mit dieser Aktion nun zumindest ein Kilobyte auf einer der kaum zählbaren Speicherplatten dort in Utah ergattern konnte. Muss ja auch mal mit irgendwas gefüllt werden, das Yottabyte.

Im Lichtspielhaus – Boyhood

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Kino / München

Monopol Kinobar Erste Reihe

Keine Frage, ein klarer Pluspunkt in Sachen Lebensqualität ist ein gutes Kino in unmittelbarer Fahrradnähe. Die Kinobar des Monopol besticht darüber hinaus, dass die Macher ein gutes Gespür dafür entwickelt haben, genau die Filme noch einmal aufzuführen, die wir aus welchen Gründen auch immer bisher verpasst haben.
Als Bonus gibt es in der ersten Reihe nicht nur ausreichend Abstand zur Leinwand, sondern mit Sitzwürfeln zum Beine auflegen auch noch einen Anflug von Wohnzimmer obendrauf. Sehr empfehlenswert.

„Nachgeguckt“ haben wir „Boyhood“ von Richard Linklater.

Barbara gibt eine 8,5/10, Kristian setzt noch einen drauf und gibt 9/10. Bis auf den Schnauzbart von Ethan Hawke stimmt einfach alles in dem Film. Absolut Oscar würdig.

Szenenbilder Boyhood 2014 Linklater

Hier die ausführliche Filmkritik von epd Film.

Bekenntnis zu Toleranz und Frohsinn

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Heiteres

Kristian Laban im Faschingsrausch

Mit Fasching muss man aufwachsen, sonst versteht man ihn nicht. Wir sind nicht großartig mit Fasching aufgewachsen. Daher verstehen wir ihn auch nicht.

Da wir aber nicht jedes Jahr an Faschingsdienstag die missgelaunten Spaßbremsen geben wollen, ist dieses Foto unser Beitrag zum heutigen grell geschminkten Frohsinn.

Halbzeit für Häppchen-Esser

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Fußball / München

FC Bayern leere Ränge während der Halbzeitpause

Seit einigen Jahren war ich mal wieder bei Bayern. Nicht mein Verein. Aber dennoch ein sehr lohnenswerter Besuch. Ein 8:0 in einer regulären Bundesligapartie hatte ich noch nie im Stadion zuvor miterlebt. Mein Erinnerungsfoto an diese Galavorstellung zeigt die Haupttribüne während der Halbzeitpause.

FC Bayern – HSV 8:0 (3:0). Einen Dank an Thomas für die Einladung.

Ferngesteuertes Spielzeug

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Erkenntnis / Heiteres / Zitat

Joaquin Phoenix Zitat Ich bin bester Stimmung

„Ich mag das Wort Gott nicht, weil es von den Religionen missbraucht wird. Aber mir gefällt die Idee eines Bewusstseins im Universum. Ohne dass ich eine Idee hätte, was das sein könnte. Ich kann mir mühelos vorstellen, dass ich Teil eines verdammten Videospiels bin, mit dem sich Aliens amüsieren.”
Joaquin Phoenix

Aus Zeit Magazin, Nr. 6 / 2015, Seite 20, „Ich bin bester Stimmung“

Im Lichtspielhaus – The Imitation Game

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Kino

The Imitation Game Filmplakat

“The Imitation Game” von Morten Tyldum.

Wir waren wohl die letzten aus unserem kleinen Cineastenkreis, die den Film noch nicht gesehen hatten. Barbara gibt eine 7,5/10, Kristian eine 7/10. Die erzählte Geschichte ist viel größer als die doch sehr konventionelle Inszenierung. So gesehen, das Gegenteil von Birdman.

Ein wenig schmunzeln mussten wir, dass Charles Dance, besser bekannt als Tywin Lannister aus Game Of Thrones quasi die gleiche Rolle noch einmal nur in einem anderem Kostüm spielt.

Hier die Filmkritik von epd Film.

Genussmittel Elektrische Zigarette

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Heiteres / Zitat

E-Zigarette ProduktpräsentationVerwechslung mit einem Fieberthermometer nicht ausgeschlossen: Das “EVOD 2 BDCC Kanger Doppel Starterset KangerTech Dual Coil 1,5 Ohm, E-Zigarette” (silber)

“The only legitimate reason for smoking an electronic cigarette is if you are a robot that has just had sex with another robot.”

Lloyd Langford, British Comedian

Gerade gelernt: Die E-Zigarette wird in Deutschland nicht als Tabak- oder Medizinprodukt eingestuft, sondern als eigenständiges Genussmittel. Damit steht sie wohl auf einer Stufe mit Eierlikör oder dem Red Bull Energy Drink.

Schwer vorstellbar, dass man die E-Zigarette als 18jähriger cool gefunden hätte. Ebenso wenig nach ehrlichem Rock’n’Roll klingt der Satz: „Ich bin jetzt auf E-Zigarette umgestiegen.“

Ein Grund mehr glücklich zu sein, seit nunmehr 5.578 Tagen der Gruppe der Nichtraucher anzugehören.

Eisbrecher

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Digitales Arbeiten / Kunst

Die Aufgabe: Den heimischen Balkon vom Eis befreien
Die Herausforderung: Gleichzeitig die neue Slow Motion Funktion des iPhones testen. Sprich mit einer Hand hämmern, mit der anderen filmen ohne sich dabei zu verletzen.
Produktionszeit (ohne Hochladen): 20 Minuten
Das Ergebnis: Wirkt wie überambitionierte Video-Kunst der 70er Jahre. Aber der Sound ist sehr cool.

Video: “When the hammer comes down”

Ein Winterwochenende in Bamberg

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Reisen

Naherholung in Oberfranken. Selbst bei frostigen Temperaturen macht es Spaß durch die Gassen zu streifen. Sehr hübsch, dieses Bamberg. Auch die UNESCO erachtete einen Besuch Bambergs als ausgesprochen lohnenswert und nahm die Altstadt 1993 wegen ihrer Modellhaftigkeit in ihre Welterbeliste auf. „Bamberg repräsentiert in einzigartiger Weise die auf frühmittelalterlicher Grundstruktur entwickelte mitteleuropäische Stadt“, so ein Auszug aus der Begründung.

Bamberg Altstadt RegnitzFür Ambitionierte: Mit dem Kajak durch wildes Wasser nach dem Wehr.

Bamberg Alte Hofhaltung Die Alte Hofhaltung könnte auch als „Game Of Thrones“ Kulisse durchgehen.

Bamberg Altes Rathaus Classic ViewClassic View: das Alte Rathaus

Bamberg Klein Venedig FischersiedlungDie ehemalige Fischersiedlung – hübsch und lustig windschief.

Noch besser als Bamberg selbst war unser Wiedersehenstreffen mit Freundin B. und Freund K., die seit kurzem wieder hier leben. Gekreuzt hatten sich unsere Wege erstmals vergangenes Jahr in Quito, Ecuador. Und da sie seit Ihrer Weltreise den interkulturellen Austausch nicht mehr missen möchten, kann man jetzt auch prima bei ihnen via Airbnb im Herzen der Stadt wohnen.

Kluge Menschen sagen kluge Sachen: Musikkonsum

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Modernes Leben / Musik

„I think the music business is changing. What people want changes and then sometimes it cycles round and they come back to it. At the moment you’re looking at people cherry-picking like mad on Spotify and everything. I think already iTunes is out of date and Spotify, where you really pick and choose, is coming in.
That will probably be the status quo for a while but then I think it will change again. The album is a wildly outdated concept now. People are downloading individual tracks. We’re almost back to singles. But that can change again. I think the current flavor is that people don’t want albums. they want hits, but that can change. There’s no reason why someone couldn’t go and make an opus that’s three albums long and everyone goes, ‘This is incredible!’ If you think, people will watch 24 on TV for 24 hours, so there’s no reason why someone couldn’t do the musical equivalent.”
Nick Mason, Pink Floyd

Aus Q Magazine, 12/2014, p. 156, „Back on the dark side“

Die Februar-Herausforderung: Rückentraining

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Medien / Modernes Leben / Try Something New

Das geeignete Gegengift für den Computerarbeitsplatz: ein fitter Rücken. Getreu dem Credo „Try Something New For 30 Days“ von Matt Cutts, verbessere ich diesen Monat meine Gesundheit. Nachdem ich die selbstauferlegte Januar-Herausforderung „Treppensteigen“ vergleichsweise locker gemeistert habe, wird es diesen Monat deutlich vertrackter werden, den inneren Schweinehund in die Schranken zu weisen. Denn die Februar-Aufgabe lautet: Täglich mindestens 15 Minuten Rückentraining.

Hilfestellung für die erfolgreiche Umsetzung leistet YouTube, ein wahrhaft erstklassiger Tummelplatz für Vorturner aus aller Herren Ländern. Wie nicht anders zu erwarten, reicht das nahezu unerschöpfliche Reservoir an dargebotenen Übungen von unfreiwillig-bizarr über besorgniserregend-gesundheitsgefährdend bis hin zu hochprofessionell und ausgesprochen hilfreich.

Nach intensiver Sichtung und vereinzelten Selbstversuchen auf der Matte habe ich diesen Gymnastiklehrerinnen mein Vertrauen für den kommenden Monat ausgesprochen.

Josepha Saidas Video „10 min Rückentraining“ ist nebenbei der digitalisierte Beweis, dass man im Netz bei geringstem Produktionsaufwand mit sehr guten Inhalten und einem charmanten, fachkundigen Auftritt sehr viel erreich kann. So verzeichnete Frau Seidas Video in den vergangenen zweieinhalb Jahren über 130.000 Aufrufe. Eine Anzahl, von der die Mehrheit aufwendig produzierter Unternehmensvideos meist nur träumen können. Geschweige denn von einer solchen Langlebigkeit ihres Videos.

Für das zweite hier empfohlenen Videos zeichnet Johanna Fellner verantwortlich. Kennern der Szene bekannt aus dem BR Tele-Gymn, dem Klassiker des deutschen Gesundheitsfernsehens schlechthin.

Das Durchstöbern des Angebots hatte irgendwie etwas vom Einschieben einer Videokassette. Bei mancher Choreografie ließ mich das Gefühl nicht los, dass gleich die Fitness-Ikonen Jane Fonda und Sidne Rome um die Ecke kommen und das finale Aerobic-Revival ausrufen. Modisch sind wir vielerorts mit der Rückkehr der bunten Sport-Legging ja nicht mehr so weit davon entfernt. Aber diese Assoziationskette ist sicherlich übertrieben und wird den guten Beiträgen auch nicht gerecht.

Das Fittness-Video an sich ist weiblich. Diese Führungsrolle wird kaum durchbrochen. Vorexerzierende Männer findet man nur selten. Und wenn, dann von gestählten Gladiatorentypen mit Sixpack.
Für den schmächtigen Digitalarbeiter ist das Anschauen solcher Videos für den ambitionierten Start noch zu einschüchternd. Bei anhaltender Motivation vielleicht was für den Fortgeschritten-Level.

Mein Lieblingsfundstück stammt übrigens von Fitnesscoach Goerki. Bei einer Übung, auf dem Bauch im heimischen Wohnzimmer liegend, merkt er verschmitzt an: „Alles staubig hier. Scheiße, hier sollte man mal wieder saugen.“

Die komplette Playlist für einen gesunden Rücken gibt es in meiner YouTube Sammelbox Rückenschule. Da ist dann alles dabei – vom Drill-Instructor bis hin zur verständnisvoll dampfplaudernden Turnlehrerin.

Und wem das alles zu seicht ist, dem empfehle ich das „30-Minute Core Strengthening Workout“ aus den CafeMom Studios. Dort herrscht ein harscherer Ton und die Intensität der geforderten Leistung ist deutlich höher.

Also, “Do what you can, keep at it, and get stronger every day”, wie die CofeMoms zu sagen pflegen.

And just do it!

Im Lichtspielhaus – Wir sind jung. Wir sind stark.

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Kino

Kino Monopol München Wir sind jung. Wir sind stark. Plakat

“Wir sind jung. Wir sind stark.” von Burhan Qurbani

Teenager im Trostlosigkeitsmodus, überforderte Politiker ohne Rückgrat, vietnamesische Gastarbeiter auf Identitätssuche – und das alles erzählt während des dritten Tages der dumpfen, rassistischen Krawalle in Rostock-Lichtenhagen im Jahr 1992.

Tolle schauspielerische Leistungen, Kamera immer ganz nah am Geschehen, sehr dichte, intensive Atmosphäre. Man geht am Ende mit einem aufatmenden “Puh” aus dem Kino.

Barbara gibt eien 7,5/10, Kristian eine 6/10, weil er findet, dass der Film zu viel auf einmal will und dadurch ein bisschen an seinem eigenen Anspruch scheitert.
Gastkritikerin Freundin R. bewertet mit einer 7,5/10, Gastkritiker Freund S. urteilt ähnlich und gibt eine 7/10.

Hier die Filmkritik von epd Film.

Ich werde beobachtet, also bin ich

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Kunst / Modernes Leben

Die französische Künstlerin Sophie Calle ließ weit vor der digitalen Zeitenwende im Jahr 1981 für ihr Werk „The Shadow“ einen Privatdetektiv auf sich selbst ansetzten, um u.a. ihre eigene Existenz zu belegen.

Im calleschen Sinne wäre mit der nachfolgenden Bilderserie „Bring a pizza“ nun auch der Existenzbeweis für Ehefrau B. erbracht. Der Ehemann ist sehr glücklich darüber, dass sie real ist.

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Diese vergleichsweise aufwändige Form der Selbstbestätigung ist natürlich ein kompletter Anachronismus. Der Selfie-Kultur und den Sozialen Medien sei Dank, muss heute wirklich niemand mehr im Unklaren über seine eigene Existenz bleiben.

Wer wissen möchte, wie es in Sachen systematischer Protokollierung unseres Daseins weitergeht, dem sei ein aktueller Blick in die USA empfohlen. In ihrem TED Talk „The small and surprisingly dangerous detail the police track about you” führt uns Rechtsanwältin und Berkely Law Dozentin Catherine Crump vor, dass man auf der anderen Seite des Atlantiks bei der Begleitung seiner Mitmenschen wohl organisiert und weitaus weniger zimperlich vorgeht.

Den Wolf in Szene gesetzt

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Fundstück / Kunst

hlomi Nissim Little Red Riding Hood
Kunst: “Little Red Riding Hood” von Shlomi Nissim

Gerade beim Aufräumen der Festplatte entdeckt. Dieses wunderbare Werk von Shlomi Nissim war einer unserer Favoriten in der Wanderausstellung „Art Works – Junge israelische Kunst auf Welttournee“, die letzten Herbst für fünf Tage auf der Praterinsel München Station gemacht hatte.

Stilistisch passt das Bild perfekt in unser feierabendliches Paralleluniversum, wo es von verschlagenen HeldInnen, Drachen und eben Wölfen momentan nur so wimmelt. Denn wir nutzen augenblicklich die trüben Wintertage und holen ordentlich auf in Sachen „Serien, die wir seit Monaten gucken wollen, aber nie die Zeit dazu gefunden haben.“ So gab es als Wohnzimmerentertainment in den vergangenen drei Wochen ausschließlich „Game Of Thrones“. Damit wir uns endlich nicht mehr in größter Spoiler-Alarm-Sorge die Ohren zuhalten müssen, wenn die anderen gerade über das Finale von Staffel 4 sprechen, während wir noch Staffel 2 gucken. Korrektur: Ich mir die Ohren zuhalten muss, denn Ehefrau B. hat natürlich schon zuvor alle Teile von George R. R. Martins Epos „A song of ice and fire“, der Serienvorlage, gelesen und weiß was Sache ist.

Game Of Thrones Lady Sansa
Auch Kunst: Lady Sansa mit Direwolf, Szene aus “Game Of Thrones”

Im Lichtspielhaus – Relatos Salvajes (Wild Tales)

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Argentina / Kino

Kino Studio Isabella Wild Tales

“Relatos Salvajes (Wild Tales)” von Damián Szifrón
Oscaranwärter 2015 in der Kategorie für den besten ausländischen Film. Episodenfilm mit viel schwarzem Humor, einigen beabsichtigten Absurditäten und vielen überraschenden Wendungen.

Barbara gibt ein 8/10, Kristian wollte eine 8,5/10 geben, zieht aber 0,5 ab, weil die dritte Episode übermäßig gewalttätig war. Und das, obwohl die Episode auf der Straße von Salta nach Cafayate spielte, die wir im Februar letzten Jahres selbst befahren haben.

Unsere Gastkritikerinnen kommen zu einem unterschiedlichen Urteil. Freundin C., die den Film vorgeschlagen hatte, bewertet ebenfalls mit 8/10, Freundin B. hingegen fühlte sich nicht von Handlung und Inszenierung angesprochen und gibt eine 4/10.

Hier die Filmkritik von epd Film.

In der Endlosschleife

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Heiteres / Medien

Am Wochenende mach ich immer dasselbe.
Weil ich halt am Wochenende halt immer dasselbe mache.
Manchmal denke ich mir dann: am Wochenende mache ich mal was anderes.
Aber dann mach ich doch wieder dasselbe.
Weil das ja dann schon wieder dasselbe ist.
Weil ich das ja immer mache.
Darum mache ich am Wochenende immer dasselbe.

Radiowerbung für die Wiener Zeitschrift Falter.

Autos mit Charakter

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Fundstück

Auf dem Flohmarkt: Matchbox Vintage Cars, versehen mit einem großen Kindheitsseufzer. In einem unbeobachteten Moment einsteigen und einfach davon sausen. So wie damals auch.

Big Matchbox Vintage Car Collection
Zweite Reihe von hinten, fünfte und sechste Auto von rechts, die beiden grünen mit dem dicken Frontspoiler. Den hatten wir auch. Bei Wettrennen auf der organgefarbenen Plastikrennbahn in der Schussfahrt nicht zu schlagen.

Big Matchbox Vintage Car Collection

Harte Zeiten auch für Weihnachtsmänner

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Erkenntnis / Fundstück / Reisen

Father Christmas and garbage container Borough of Hackney

Traditionell beenden wir die Weihnachtszeit am Tag Heilige Drei Könige. Hinaus aus dem Wohnzimmer mit Tannenzweigen, Lametta, Holzsternen und anderem Firlefanz, der ausschließlich in der alljährlichen Weihnachtsvernebelung seine flüchtige Schönheit entfaltet.

Im Londoner Borough of Hackney geht man noch einen Schritt weiter und entsorgt den Überbringer der Geschenke gleich rigoros mit. Vermutlich konnte er mit der Liefergeschwindigkeit von Amazon Prime nicht mehr mithalten.

Aber vielleicht erbarmt sich ja noch rechtzeitig ein großherziger Bewohner , nimmt den armen Kerl unter seine Obhut und gibt ihm eine zweite Chance für die nächste Saison. Zu wünschen wäre es ihm.

Fußballhauptstadt London

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Fußball / Reisen

Das schafft man zwischen Weihnachten und Neujahr wahrscheinlich nur in London. Drei Heimspiele verschiedener Profi-Teams innerhalb einer Woche. Der dritte Streich: Loftus Road, Queens Park Rangers vs. Swansea City 1:1 (1:0), sehr unterhaltsamer Kick, glücklicher Punkt für die Hausherren.

London, Loftus Road: Queens Park Rangers vs. Swansea City 1:1

London, Loftus Road: Queens Park Rangers vs. Swansea City Jude the cat

London, Loftus Road: Queens Park Rangers vs. Swansea City 1:1

Im Lichtspielhaus – Birdman

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Kino

Hackney Picturehouse London Birdman Poster

Hackney Inside Picturehouse London Cinema
Hackney Picturehouse, schickes neues Kino mit angeschlossenem Café.

“Birdman or (The Unexpected Virtue of Ignorance)” von Alejandro González Iñárritu.
Alternder Hollywood Action Hero in Lebenskrise, der nun am New Yorker Broadway ein anspruchsvolles Theaterstück auf die Bühne bringen will. Toll inszeniert, tolle Kamera. Aber das Drehbuch war dünn. Und die wunderbar besetzten Nebenrollen blieben ohne Handlungsrelevanz. Schade. Wir waren ein bisschen enttäuscht.

Barbara gibt 7/10, Kristian 6,5/10.

Peter Bradshaw vom Guardian kommt in seiner Kritik zu einer anderen Auffassung und gibt fünf Sterne.

Second Hand mal anders

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Erkenntnis / Reisen

Rolls-Royce for sale Notting Hill

Andernorts sieht man ein handgeschriebenes, hinter der Windschutzscheibe platziertes, „Zu verkaufen“ bei leicht angerosteten VW Polos oder Opel Corsas. Im wohlsituierten Notting Hill dagegen preist man auf gleiche Weise ganz nonchalant Vehikel anderer Kategorie am Straßenrand an.

Rolls-Royce, London, Notting Hill.

Besser als jeder Neujahrsvorsatz

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Erkenntnis / Modernes Leben

Frohes neues Jahr und los! Ich lasse mein neues Blogjahr mit Matt Cutts’ TED Beitrag “Try something new for 30 days” beginnen.



Meine 30 Tage Herausforderung für Januar: Treppensteigen.

Im wahrsten Sinne des Wortes in kleinen Schritten zum Erfolg.
Regeln: Immer die Treppe nehmen, egal wo man ist. In der U-Bahn-Station, zu Hause (5. Stock, uff), in öffentlichen Gebäuden, in Hotels.
Ausnahme: Wenn man etwas schleppen muss, z.B. Getränkekästen. Wenn es nur eine Rolltreppe zum Fortkommen gibt, dann nicht rechts stehen, sondern links gehen.

Treppenstufen mit Pfeil Hinauf

Zum Mond, nicht in den Silvesterhimmel!

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Empfehlungen

Popular Science, Januar 1963, Wernher von Braun Rocket

Wer weiß, vielleicht wäre eine neue Mondmission schon längst finanziert, wenn all das schöne Geld, das Jahr für Jahr auf der Welt für Silvester-Böller und Raketen verpulvert wird, auf die bemannte Raumfahrt verwendet worden wäre.

Ich wünsche allen ein beschwingtes Überschreiten der Jahresgrenze und einen raketenmäßigen Start in 2015.
Wir sehen uns in alter Frische in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts!

Detail des Titelbilds der Zeitschrift „Popular Science“ vom Januar 1963.

London: Besuch bei Buzzette

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Fußball / Reisen

Championship Spitzenspiel im Griffin Park, Brentford FC – Ipswich Town 2:4 (0:3). Verdienter Auswärtssieg.

Boxing Day! Fußball am zweiten Weihnachtstag hat hier eine sehr lange Tradition. Die Stadien sind nahezu überall ausverkauft. Alle scheinen froh, dem Weihnachtstrubel für einen Moment zu entfliehen. Wäre schön, wenn sich dieser Brauch auch in Deutschland eines Tages durchsetzen würde.

2014_12_26_London_Brentford (10)_700
Griffin Park, 12,763 Zuschauer, sehr ehrlicher Ground. Hier kommen nur Leute hin, die sich ausschließlich für das Spiel interessieren.

2014_12_26_London_Brentford (7)_700
Daryl Murphy macht das 0:2 für Ipswich

2014_12_26_London_Brentford (12)_700
Es wäre an der Zeit, eine Petition für die Wiedereinführung von Flutlichtmasten aufzusetzen.

Brentford FC Griffin Park London Brentford - Ipswich Town
Selbstportrait mit Buzzette, dem Maskottchen von Brentford FC. Ihr Alter Ego, Buzz Bee, war gerade auf der gegenüberliegenden Seite auf Sympathiefang.

London: The Cure erfüllen Sehnsüchte

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Konzertkarten / Musik / Reisen

The Cure Concert London Eventim Apollo 2014-12-23

„Live aus dem Hammersmith Odeon“ galt in den frühen 80ern in meinem analogen sozialen Netzwerk als das Konzert-Gütesiegel schlechthin. Ob Duran Duran, Orchestral Manoeuvres in the Dark, Depeche Mode oder The Cure, alle haben dort zu frühen Glanzzeiten ihre Auftritte, teils von der BBC, mitschneiden lassen. Und wenn man Glück hatte, dann sendete der Radiosender SWR 3 zu nachtschlafender Zeit manchmal einen solchen BBC-Mitschnitt.

Bis zum heutigen Tag hatte ich es nicht geschafft, ein Konzert an diesem Sehnsuchtsort zu besuchen, und das trotz der Tatsache, dass ein Teil der Familie Laban seit einigen Jahren nicht weit entfernt des Odeons wohnt.

The Cure Concert London Eventim Apollo 2014-12-23

Klare Sache also, dass ich keine Sekunde zögerte, als mir an der Kreuzung vor der Halle eine Karte für The Cure angeboten wurde, obwohl ich mit dickem Rollkoffer gerade direkt vom Flughafen kam und das Konzert schon im vollen Gange war. Dankenswerterweise spielen The Cure aber ja immer lockere drei Stunden. So durfte ich noch ausreichende 1:30 h der Show miterleben. Die Playliste des wie üblich herausragenden Auftritts gibt es hier bei Setlist.fm.

The Cure Concert London Eventim Apollo 2014-12-23

The Cure Concert London Eventim Apollo 2014-12-23 Ticket
Das Hammersmith Odeon wurde in den vergangen Jahren häufiger umbenannt. Seit 2013 firmiert es unter „Eventim Apollo“

Trivia: Good Grief! Zwischen meinem ersten Besuch eines The Cure Konzerts und dem heutigen Tag lagen 29 Jahre.
The Cure The Head Tour 1985 Concert Ticket Offenbach Germany

TOP 50 Tracks Of The Year 2014

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Musik

Spotify Best Of 2014

Und schon wieder neigt sich ein Jahr viel zu schnell dem Ende entgegen. Zeit also, die schönsten Popsongs des Jahres auszuwählen. Dieses Jahr war sehr ergiebig und die Menge besonders gelungener Lieder reicht weit über die hier selbst gesetzte Limitierung von 50 Songs hinaus.

Here we go, play loud!
(Reihenfolge enthält keine Wertung)

Mystic Braves – „Desert Island“ (Lieblingslied des Jahres 2014)
The 1st – „One Minute More“
Goat – „Hide From The Sun“
Cowbell – „She’s All Over You“
The Echo-Friendly – „Worried“
The Afghan Whigs – „Algiers“
Wooden Wand – „Dambuilding“
Philip Selway – „Around Again“
Polkov – „Promised Land“
First Aid Kit – „My Silver Lining“
Stranded Mermaid – „In the Jaws of the Wolf“
Wanda – „Bologna“
Desiree Klaeukens – „Kompliziert“
Beezewax – „Hazzard“
Gaz Coombes – „This Time Tomorrow“
LVL UP – „Annie’s a Witch“
EMA – „When She Comes“
Hello Saferide – „I Was Jesus“
Maximo Park – „Leave This Island“
Blondie – „A Rose By Any Name“
La Roux – „Uptight Downtown“
Space Echo – „Come Back Home (Radio Edit)“
Caribou – „Our Love“
Bob Moses – „Grace“
Foxygen – „How Can You Really“
Curtis Harding – „Keep On Shining“
Joan As Police Woman – „Holy City“
Sugarplum Fairies – „Pollyanna“
Lana Del Rey – „West Coast (Radio Mix)“
Sharon Van Etten – „Taking Chances“
The Strumbellas – „End of an Era“
OxenFree – „Make Out“
Ex Norwegian – „Feelin’ It“
Owl John – „Red Hand“
Crystal Stilts – „Delirium Tremendous“
Say Hi – „When I Think About You“
Kraftklub – „Unsere Fans“
Chuckamuck – „Mach die Augen auf“
Ultimate Painting – „Ultimate Painting“
Max Jury – „Black Metal“
Daisy Chapman – „Jealous Angels“
The Antlers – „Hotel“
Melanie De Biasio – „The Flow“
The Dead Lovers – „Baby F*** That“
Pink Mountaintops – „Through All The Worry“
The Whigs – „Friday Night“
La Sera – „Losing to the Dark“
Gruff Rhys – „Liberty (Is Where We’ll Be)“
Suzanne Vega – „I Never Wear White“
Strand of Oaks – „JM“

Für Freunde von Spotify gibt es die aufgeführten Lieder hier gleich auf die Ohren:

TOP 50 Songs Of 2014